
Naseweis betrat ich 1966 im Sternzeichen der Waage Münchner Boden. Genauso neugierig setzte ich meinen Weg fort und durfte viel Interessantes erleben und viele beeindruckende Menschen kennen lernen. Glauben Sie aber nur nicht, dass ich mir auf diesem Weg meine spitzen Schühchen nie ordentlich angeschlagen hätte.
So hin und wieder packte mich dann doch ein Sicherheitsbedürfnis und ich entschloss mich zuerst zur Ausbildung als Fremdsprachenkorrespondentin bevor ich mich in die ‚brotlose‘ Kunst der Musikpädagogik und Musikwissenschaft begab. Danach vertiefte ich nochmals mein Wissen im BWL-Studium, weil ich weder gewillt war, an den ‚hungernden Künstler‘ zu glauben, noch dafür geeignet war, mit knurrendem Magen kreativ zu sein. So viel hatte ich schon mal über mich gelernt.
Ich nutzte die Zeit und tobte mich in meinen Zwanzigern so richtig aus. Arbeiten (Journalismus, Moderation, Eventmanagement, Coach, Künstlerbetreuung) und studieren, was Spaß macht (Musikpädagogik und –wissenschaft, Gesang und Dirigieren, Sprecherausbildung am Bayerischen Rundfunk München, Sprachen, BWL, Psychologie, Kunstgeschichte, Farb- und Imageberatung, Visagismus, Reiki und viel Allgemeines und Wissenswertes), reisen und die Welt entdecken, andere Kulturen erahnen, Menschen beobachten und kennen lernen, und das Leben in tiefsten Zügen genießen.
Doch dann begann sie zu ticken, die Bio-Uhr bei uns Frauen, erfasste auch mich mit ihren Schwingungen. Und in meinen Dreißigern bekam ich die schönsten zwei Geschenke, die ein Mensch sich wünschen kann, meine zwei Kinder.
Die künstlerische Seite meiner Berufserfahrung nutzte ich nun, neben dem Familienleben weiterhin beruflich tätig zu sein. Ich war Gesangslehrerin am Kolleg in St. Blasien und hielt mit voller Begeisterung meine Seminare hauptsächlich für Frauen, denn es war meine Lebenssituation. Und ich schreibe.
Heute ziehe ich keine Grenzen mehr (vielleicht ist das der Sprung in die Vierziger? Was erwartet mich dann nur in den Fünfzigern und Sechzigern!?! Äußerst spannend!!!) Meine Sprachen eröffnen mir den Blick und den Kontakt in die weite Welt, meine vielfältige Berufserfahrung vom Vorstandssekretariat bis hin zur freien Unternehmerin und der Auftritte auf der Bühne legen keine Blickwinkel fest, geben mir aber unendliche Ideen für die Blickrichtungen.
Die ersten Schritte in das unendliche Reich der Musik durfte ich in Begleitung eines ganz Großen tun – Carl Orff. Im Studio von Suse Böhm, München, erhielt ich bei Carl Orff meine erste musikalische Früherziehung. Meine Grundlagen für das Gespür des richtigen Taktes waren gelegt.
Meine ersten Gesangslehrer, Günter Baldauf, Star-Tenor der Staatsoper München, als Wolfgang Sawallisch noch Korrepetitor war, und Ingeborg Schneider, die mich lehrte, für jede/n meiner SchülerInnen aus meinem großen und vielfältigen Wissensfundus das individuell Richtige heraus zu spüren. Die mich lehrte, mir viele ‚Lehren‘ anzusehen, aber keine als Religion auszuwählen, sondern jede Lehre in ihren Besonderheiten zu kennen.
Wilfried Hiller (Komponist und Redakteur am Bayerischen Rundfunk) und Elisabeth Woska (Schauspielerin), die mir zeigten, dass ein Kunstwerk erst dann entsteht, wenn man glaubt, nichts mehr bereits Geschriebenes oder Gesagtes über dieses Thema entdecken und wahrnahmen zu können: dann kann man sich an das ‚Kunst machen‘ begeben. Mit Ihnen durfte ich herrliche Zeiten erleben, menschlich wie beruflich, an Musik, Kunst und Ausstellungen mitwirken und durch sie Menschen wie Michael Ende und Giora Feidman intensiv in ihrer Arbeit kennen lernen, die Welt eines Leonard Bernstein (damals ahnte ich noch nicht, dass ich einmal selbst den Namen ‚Bernstein‘ tragen werde) begreifen lernen und ein großes Stück auf meinem eigenen künstlerischen Weg vorankommen.
Durch meine journalistische Arbeit durfte ich großen Persönlichkeiten wie Christian Zacharias, Mariss Jansons, Christa Ludwig, Gottfried von der Goltz, Bobby McFerrin, Trudi Gerster, Lilo Wanders, The Naturally Seven, The Ten Tenors und mit noch einigen anderen faszinierenden Menschen zusammentreffen.
In meiner künstlerischen Laufbahn durfte ich in den vergangenen Jahren viel lernen von Prof. Kurt Widmer, Basel, dessen Meisterkurse im Inzlinger Wasserschloss ich noch die letzte Zeit vor seiner Pensionierung organisieren durfte.